Hochschulbestand

Der Hochschulbestand umfasst Akten des Rektorats, der Verwaltungseinrichtungen, von Abteilungen und wissenschaftlichen Instituten der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz der Jahre 1971-1998.

Durch das Kunsthochschul-Organisationsgesetz des Jahres 1970 wurde die mit 1. Juni 1963 begründete "Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz" in die "Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz" umgewandelt, was eine Neuorganisation in allen Bereichen erforderlich machte.

Die aus dieser Zeit (1970/71 bis 1998) stammenden Unterlagen wurden aus Platzgründen teilweise im Steiermärkischen Landesarchiv (Rektoratsakten und Akten der künstlerischen Abteilungen) und in den jeweiligen Verwaltungsdienststellen aufbewahrt und konnten ab 2007 als „Hochschulbestand“ im Archiv der Kunstuniversität zusammengefasst werden. Große Teile des Bestands wurden dem Archiv der Kunstuniversität 2008 anlässlich der Generalsanierung des Palais Meran übergeben. 

Die Akten des Hochschulbestandes, wie auch die Akten aus der Akademie-Zeit, werden seit 2014 systematisch aufgearbeitet und erschlossen. Der Bestand umfasst Unterlagen aller schriftgutführenden Einrichtungen dieser Periode im Verwaltungs-, Lehr- und Forschungsbereich und kann als Grundlage für eine historische Erforschung verschiedener Bereiche die Kunstuniversität betreffend dienen.

Seit den Anfängen besaß die Dirigierausbildung an der Akademie für Musik und darstellende Kunst einen hohen Stellenwert. Einer der bedeutendsten Dirigenten und Lehrer, der die künstlerischen Aktivitäten und die Ausbildungsinhalte maßgeblich prägte, war Max Heider (1922-1975). In den Abteilungsakten der Abteilung 1 befinden sich Notenbeispiele zu einer von ihm verfassten Dirigier- und Interpretationslehre, die Aufschluss über praktische Unterrichtsinhalte zu Schlagtechnik, Taktarten und Taktinterpretation sowie Ausdrucksinterpretation geben.

Ein Abschnitt ist der Ausführung von Fermaten in unterschiedlichen musikalischen Kontexten gewidmet. „Abschlussfermaten“ werden beispielsweise anhand der Ouvertüre zu Carl Maria von Webers Freischütz erläutert,  „Halbschlussfermaten“ u.a.  anhand der Ouvertüre zu Mozarts Zauberflöte, Richard Strauss‘ Till Eulenspielgel oder an Symphonien Beethovens und Schumanns.

Neben Akten aus dem Rektorat, den künstlerischen Abteilungen und wissenschaftlichen Instituten geben vor allem die Akten der Verwaltungseinheiten Aufschluss über wichtige Schritte in der Entwicklung der Hochschule. Dazu zählen beispielsweise die Sitzungsprotokolle des Gesamtkollegiums.

Am 25. Mai 1971 fand die erste Sitzung des Gesamtkollegiums, des Vorgängergremiums des heutigen Senats, statt, in der die Geschäftsordnung beschlossen wurde. Auch der Wechsel vom Präsidium der Akademie zum Rektorat der Hochschule ist dokumentiert.

Im Gesamtkollegium wurden diverse interne Angelegenheiten der Hochschule beschlossen und in Protokollen festgehalten, so auch die erste Sponsion der Lehramtskandidaten 1977.

Das Gesamtkollegium befasste sich auch mit internationalen Belangen wie dem Beitritt der Hochschule zur IGNM 1975 und der Aufnahme der Hochschule in die Europäische Rektorenkonferenz (CRE) 1988.

Zum Bestand Verwaltungseinrichtungen zählt auch der Unterbestand „Schubertwettbewerb“ der seit 1989 im Dreijahreszyklus stattfindet. Neben dem "Beethoven-Klavierwettbewerb" der Musikuniversität in Wien und dem "Mozartwettbewerb" des "Mozarteums" in Salzburg gehört der "Schubertwettbewerb" zu den drei internationalen Wettbewerben der österreichischen Musikuniversitäten. Hier zeigen die Akten unter anderem, dass der Start des erstmals für 1987 geplanten Wettbewerbs mit Terminschwierigkeiten verbunden war.

Tatsächlich fand der Wettbewerb 1989 statt, wie aus den für den ersten Termin gedruckten und zwecks Terminkorrektur mit einem Aufkleber versehenen Informationsbroschüren hervorgeht.