AVD - Audiovisuelle Dokumentation

Die audiovisuelle Sammlung des Universitätsarchivs beinhaltet Ton-, Bild- und Datenträger, die die künstlerische und wissenschaftliche Arbeit der Universitätsangehörigen in Lehre, Forschung und Entwicklung und Erschließung der Künste sowie ihre Wirkung in der Öffentlichkeit dokumentieren.

Die Aufgaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der audio-visuellen Sammlung gliedern sich aktuell in zwei Bereiche: das Archivieren aktueller Beiträge, welche die Kunstuniversität betreffen, und das Aufarbeiten des Altbestandes.

Zum Archivieren aktueller Beiträge gehören das Verfolgen und Aufnehmen  von Rundfunk- und Fernseh-Sendungen sowie das Sammeln von weiteren  relevanten Medien. Dadurch soll die Außenwirkung der  aktuellen Arbeit der Kunstuniversität dokumentiert werden. 

Der zweite wesentliche Bereich ist die Digitalisierung von Medien des Altbestandes, welcher  Audio-, Dat- und Video-Kassetten sowie Schallplatten und Tonbänder umfasst. Die Digitalisierung dient nicht nur der zeitüberdauernden Lagerung, sondern soll auch den Zugang zu den Medien erleichtern.

Im „digitalen Zeitalter" haben kaum noch Menschen die Möglichkeit, all diese Medien abzuspielen. Mittels der audio-visuellen Sammlung ist es daher möglich, dank der detaillierten Verzeichnung, gesuchte Aufnahmen schnell zu finden und sich diese vor Ort,  im Archiv, auch anzuhören bzw. anzusehen.

Um Ihnen einen Einblick in die Bestände zu vermitteln, werden im Folgenden einige ausgewählte Aufnahmen näher vorgestellt.

Dokumente zu den Ehrenmitgliedern

 

Ernst Krenek: „Doppelt beflügeltes Band / Tape and Double“ op. 207 (1969/70)

Klavier: Ai Itho und Noriko Morimoto

Klangdebüts 22: „Ernst Krenek zum 100. Geburtstag“, 2000

Ernst Krenek (1900-1991) wurde anlässlich seines 70. Geburtstages und der Aufführung von seiner Oper „Karl V.“ in Graz 1969 die Ehrenmitgliedschaft der Grazer Akademie verliehen. Sein kompositorisches Werk ist sehr vielfältig und enthält neoklassizistische Einflüsse, Jazz-Elemente, serielle und aleatorische Techniken ebenso wie Experimente mit elektronischer Musik. In der Oper „Karl V.“, 1938 in Prag uraufgeführt, thematisierte Krenek die Katholische Kirche als politische Alternative zur zeitgenössischen Diktatur. Mit der Teilung der  Bühne und Simultanszenen nahm das Werk zukünftige dramaturgische Techniken vorweg. Die 1969/70 für den steirischen hebst entstandene Komposition verwirklicht eine innovative Verbindung von instrumentalen und elektronischen Klängen: Auf Basis des zugespielten synthetischen Materials entwickeln die beiden Klaviere eine freie von Takt und Metrum losgelöste Zeitgestaltung.

KUG-Angehörige als Interpretinnen und Interpreten

 

Volkslied: "Gehs na her übers Wieserl

(Steiermark - Kärnten), Satz: Otto Alois Schmidt

 

Waldemar Bloch: "Au Son du Biniou" (Théodore Botrel)

aus "Trois Chansons Montmartroises" (1964)

 

Akademiekammerchor Graz, Leitung Karl Ernst Hoffmann


Der seit den Anfangsjahren der  Akademie bestehende Akademiechor setzte sich hauptsächlich aus Studierenden und Lehrenden zusammen. Unter der Leitung von Karl Ernst Hoffmann war der Chor auf nationaler und internationaler Ebene sehr erfolgreich. 1967 gewann das Ensemble den ersten Preis beim Wettbewerb für gemischte Chöre des BBC-London und im selben Jahr einen ersten und zweiten Preis bei Chorwettbewerben in Spittal an der Drau. Das Repertoire umfasste alle Gebiete der der Chorliteratur von den Niederländern bis zu zeitgenössischen Avantgarde wie auch eine große Vielfalt an Volksliedern.

Der Chor ist mit einem Volkslied aus Südösterreich (Steiermark-Kärnten) zu hören sowie mit einem 1964 verfassten Chanson des an der Akademie lehrenden Komponisten Waldemar Bloch (1906-1984) nach einem Text des französischen Chansonniers Théodore Botrel (1868-1925). Beide Aufnahmen sind auf einer in der audiovisuellen Sammlung des Universitätsarchivs enthaltenen Schallplatte mit Aufnahmen des Akademiekammerchores eingespielt.  

 

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Franz Schubert: „Der Wanderer an den Mond“ D870

Peter Mc Gillivray, Bariton / Stacey Bartsch, Klavier

Klangdebüts 30: „Franz Schubert und die Musik der Moderne, 6. Internationaler Wettbewerb 2006“

Bereits Ende der 1960er Jahre wurde an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz ein internationaler Wettbewerb, der dem Liedgesang -  im Besonderen dem Schaffen Hugo Wolfs - gewidmet werden sollte, geplant. Initiator war der an der Akademie unterrichtende Pianist Erik Werba. Der „I. Internationale Hugo Wolf-Wettbewerb für Liedersänger“ fand Ende September 1971 statt. Der internationale Wettbewerb „Franz Schubert und die Musik der Moderne“  wurde 1989 zum ersten Mal unter dem Titel „Franz Schubert und Musik des 20. Jahrhunderts“ veranstaltet. Seit dem dritten Wettbewerb 1997 werden die Abschlusskonzerte und die Finalrunden auf der universitätseigenen CD-Reihe „Klangdebüts“ dokumentiert. Die hier präsentierte Aufnahme ist ein Mitschnitt aus dem Preisträgerkonzert des Wettbewerbs am 24. Februar 2006 im Stefaniensaal, Grazer Congress. Die an der KUG lehrende australische Pianistin Stacey Bartsch und der kanadische Bariton Peter Mc Gillivray gewannen den 2. Preis in der Sparte  „Duo für Gesang und Klavier (Lied)“.

 

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Jagoda Szmytka: „jonction“ für Ensemble

Ensemble für Neue Musik, Leitung Edo Micic

20.05.2008, Minoritensaal Graz

Seit der Gründung der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz spielte die zeitgenössische Musik in den Konzertprogrammen eine wichtige Rolle. In unterschiedlich besetzten Ensembles widmeten sich Studierende und Lehrenden immer wieder schwerpunktmäßig dem neuen Schaffen. Das Ensemble für Neue Musik, eines der Ensembles der  Hochschule und danach der Kunstuniversität, setzte unter der Leitung von Edo Micic viele Uraufführungen auf seine Programme. Der in Zadar geborene Musiker studierte Dirigieren bei Milan Horvat und Martin Turnovsky an der  Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz, wo er 1995 als Lehrbeauftragter die Leitung des Ensembles übernahm. Mitschnitte einiger Konzerte sind in der audioviusellen Sammlung des Universitätsarchivs enthalten.

Michele Del Prete: „Ouverture“ (Uraufführung)

Ensemble für Neue Musik, Leitung Edo Micic

21.Mai 2011, Minoritensaal Graz

Hyunsuk Jun: „Der Schatten der Wassertropfen“ (Uraufführung)

Ensemble für Neue Musik, Leitung Edo Micic

21.05.2011, Minoritensaal Graz

Dokumente zu KUG-Veranstaltungen

Hönig-Quartett“ 

Das Hönig-Quartett bestand aus dem durch Heinz Hönig, Altsaxophon, erweiterten Neuwirth-Trio (Harald Neuwirth, Klavier, Anton Bärnthaler, Bass und Manfred Josel, Schlagzeug).

Erste Internationale Jazztage in Graz

9. – 10. Oktober 1965

Die ersten Internationalen Jazztage waren eine der ersten Großveranstaltungen des neu gegründeten Institutes für Jazz an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz. Organisiert von Friedrich Körner, Vorstand des Institutes, sollte das Programm besonders auf den jugoslawischen Raum ausgerichtet sein. Neben Gästen aus Ljubljana (Jozé-Privsek-Bigband, Ad-Hoc-Bigband, Radio Televisionsorchester Ljubljana) und Prag (Junior-Trio) wirkten auch das Josel-Trio (Graz) sowie Ensembles der Akademie unter der Leitung von Dieter Glawischnig, Harald Neuwirth, Heinz Hönig und Friedrich Körner mit.

Orchester „AD HOC“ Ljubljana (Leitung: France Kapus)

Erste Internationale Jazztage in Graz

9. – 10. Oktober 1965

 

Quelle: UAKUG/AK/AV_038

Lit.: Elisabeth Kolleritsch, Jazz in Graz, Graz 1995, S. 201f

 

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Progetto-Concerto

Stephaniensaal Graz, 27. Mai 1998: Alban Berg Kammerkonzert für Klavier und Geige mit dreizehn Bläsern

Eines der letzten Abonnementkonzerte der Hochschulzeit im Mai 1998 war dem Oktett für Streicher und Bläser in F-Dur von Franz  Schubert aus dem  Jahre 1824 und dem 100 Jahre später komponierten Kammerkonzert von Alban Berg gewidmet. Das anspruchsvolle Werk Bergs wurde vom Bläserensemble der Hochschule unter der Leitung von Raffi Armenian aufgeführt. Am Klavier war Svetlana Sokolova zu hören, die Violine spielte Andrea Varhegyi. Das gesamte Konzert ist in der audioviusellen Sammlung des Universitätsarchivs dokumentiert.

Quelle: UAKUG/PRS-digital_abo

Komponisten an der KUG

 

Günther Eisel: „Konzert für Streichorchester“ (1961)

Hochschulorchester Graz, Leitung Walter Klasinc

Dokumentationsreihe des Österreichischen Komponistenverbundes Vol.13

Der Musikpädagoge, Komponist und Dirigent Günther Eisel (1901-1975) unterrichtete 1963-1973 an der Abteilung für Musiktheorie, Musikgeschichte und Kapellmeisterausbildung der Akademie bzw. Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz. Eisel zählte zu den wichtigsten Persönlichkeiten in den Gründungsjahren der Akademie. 1938 mit Berufsverbot belegt, war er in der Nachkriegszeit maßgeblich am Wiederaufbau des steirischen Musiklebens beteiligt: bei der Reorganisation der Grazer Oper und als Direktor des Steiermärkischen Landeskonservatoriums (1945-1952). Sein Konzert für Streichorchester gelangte bei der Matinee anlässlich der Erhebung des Steiermärkischen Landeskonservatoriums zur Akademie für Musik und darstellenden Kunst in Graz am 7. Juni 1963 zur Uraufführung. Es spielte - wie auf der hier im Ausschnitt präsentierten Aufnahme - das Kammerorchester der Akademie unter der Leitung von Professor Walter Klasinc.

 

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Erich Marckhl: „2 Stücke für 2 Violinen und Klavier

Interpreten: Christos, Demetrius und Katherina Polyzoides

Mitschnitt der Gedenkfeier für Erich Marckhl, Kammermusiksaal Graz, 27.11.1980

Erich Marckhl (1902-1980), Präsident und „Gründungsvater“ der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz, widmete sich neben seiner Leitungs- und Lehrtätigkeit auch der Komposition. Sein Oeuvre umfasst u.a. Bühnenwerke, Werke für Orchester, Sologesang, Klavier, Orgel, Chor und Kammermusik. Christos und Katherina Polyzoides, Lehrende an der Akademie, Hochschule und Universität, brachten mehrfach Werke Marckhls zur Aufführung. Wir präsentieren einen Ausschnitt aus den 2 Stücken für 2 Violinen und Klavier aus dem Jahre 1976, erklungen bei der Gedenkfeier für Erich Marckhl 1980. Mit Christos (Violine) und Katherina Polyzoides (Klavier) musizierte ihr Sohn Demetrius (Violine).

 

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Georg Friedrich Haas: UA Violinkonzert 15. Mai 1998 (live-Mitschnitt)

Der 1953 in Graz geborene und in Vorarlberg aufgewachsene Komponist  Georg Friedrich Haas studierte u.a. bei Ivan Eröd und Gösta Neuwirth (Komposition) und Doris Wolf (Klavier) an der damaligen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz, wo er seit 1978 - mit Unterbrechungen - auch unterrichtet: zeitgenössische Kompositionstechniken, Werkanalyse und Einführung in die mikrotonale Musik. 2007 wurde ihm der Große Österreichische Staatspreis verliehen. Sein Violinkonzert, das die intensive Beschäftigung des Komponisten mit Mikrotonalität bezeugt und mit der Gestaltung nicht oktavierender Tonräume im Besonderen an Ivan Wyschnegradsky anknüpft, wurde 1998 im Großen Saal des Musikverein Wien von Ernst Kovacic und dem Radio Symphonie-Orchester Wien unter Heinrich Schiff im Rahmen der Wiener Festwochen uraufgeführt. Ein Mitschnitt der live-Übertragung des Konzerts im Radio (Österreich 1) ist Teil der audiovisuellen Sammlung des Universitätsarchivs.

Lit.: Lisa Farthofer, „Im Klang denken“. Eine Annäherung an die Klangwelt von Georg Friedrich Haas, in: Katalog Wien Modern 2007, hrsg. v.  Berno Odo Polzer und Thomas Schäger, Saarbrücken 2007, S. 19-23

Interview mit Georg Friedrich Haas

Der Übertragung im Rundfunk ging ein Interview mit Georg Friedrich Haas voran, das ebenfalls Teil der Tondokumentation des Universitätsarchivs ist und für Forschungszwecke zur Verfügung steht. Der Komponist spricht darin über die Beziehungen seines neuen Stücks zur Tradition des klassischen Konzerts, zur Instrumentation und zur Programmgestaltung des Abends.

 

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Klaus Lang: „the whitebearded man. the six frogs“  für Klavier und 2 Schlagzeuger

Maria Flavia Cerrato: Klavier, Tomi Dosen, Roland Kiss: Percussion

Klangdebüts 44: „schlagwerk PLUS“, 2013

Der 1971 in  Steirisch Lassnitz geborene Komponist und Organist Klaus Lang studierte Komposition und Musiktheorie u.a. bei Hermann Markus Preßl und Beat Furrer an der Grazer Kunstuniversität, wo er seit 2006 eine Klasse für Komposition leitet. Komponieren bedeutet für ihn, den Klang hörend zu erforschen und so der den akustischen Objekten innewohnenden Schönheit zur Entfaltung zu verhelfen. Das auf der universitätseigenen CD-Reihe eingespielte Stück entstand 2008. Der Titel spielt auf Tintorettos Bild „Der weißbärtige Mann“ an, das bereits in Thomas Bernhards Roman „Alte Meister“ Anlass zu diversen Reflexionen bot.