Zur Geschichte der KUG-Gebäude

Palais Meran

Das Palais Meran, 1841 bis 1843 von Georg Hauberisser dem Älteren im Stil des Spätklassizismus erbaut und von 1845 bis 1939 von Erzherzog Johann und seinen Erben bewohnt, ist seit 1963 zentraler Sitz der heutigen Universität für Musik und darstellende Kunst Graz.

 

Die 1976 nach den Plänen des Grazer Architekten Ignaz Holub in Angriff genommene Außenrenovierung – die Wiederherstellung der historischen Fassade war Ausgangspunkt der Planung – wurde 1979 mit der Sanierung des Dachstuhles und gleichzeitiger Deckenerneuerung im zweiten Stock abgeschlossen. Die Adaptierung der Innenräume war mit der Fertigstellung des Florentinersaals 1985 beendet.

Im Zuge der Baumaßnahmen wurde im 2. Stock die Verbindung zwischen dem Nord- und Südflügel in Form eines Treppenüberganges über dem Florentinersaal hergestellt, der baulich desolate Lichthof zwischen dem Florentinersaal und dem Foyer zugunsten dringend erforderlicher Sanitäranlagen aufgelassen und in den Räumen der ehemaligen Küche im Erdgeschoß ein Buffet eingerichtet.

Der Florentinersaal – von der KUG nach dem Geburtsort Erzherzog Johanns benannt – befindet sich im ersten Stock des Palais und wird heute als Konzertsaal genutzt. Im Zuge der Restaurierung wurde der Saal mit einer Lüftungsinstallation ausgestattet. Die Tür- und Fensterstöcke wurden dem historischen Bestand entsprechend erneuert. Um den ursprünglichen Lichteinfall vom Süden zu simulieren, ließ man die Fenster- und Türfüllungen im Saal verspiegeln. Die Ölgemälde über den beiden Türen an der Kaminseite stammen aus dem 19. Jahrhundert. Das Ölgemälde über dem Kamin (der von Anfang an nur als Attrappe gedacht war) zeigt Erzherzog Johann in der Galauniform eines kaiserlichen österreichischen Feldmarschalls und ist als Auftragswerk der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz vom Maler Willibald Karl nach dem Brustbild von Karl Bennert (1848/49) angefertigt worden.

Der Meranpark – er diente schon Erzherzog Johann zur Erholung – ist im Gedenkjahr 1982 für die Bevölkerung geöffnet worden. Dort enthüllte man am 13. April 1986 auch die Büsten Anton Bruckners und Franz Liszts. Diese stammen vom Bildhauer Wolfgang Skala und wurden von der Österreichischen Richard-Wagner-Gesellschaft Graz gestiftet. Die von Wilhelm Gösser hergestellte Hugo-Wolf-Büste wurde am 2. März 1988 in Anwesenheit des KUG-Ehrenmitgliedes Christa Ludwig der Öffentlichkeit präsentiert. Neben den Büsten befinden sich im Meranpark die von Katja Krusche entworfenen und von der Hochschule anlässlich der Umwandlung in eine Universität in Auftrag gegebenen Skulpturen zu Alban Bergs „Violinkonzert“, Arnold Schönbergs „Moses und Aron" und Anton Webern „Symphonie op. 21".

 

Im Zuge einer neuerlichen Generalsanierung vom September 2007 bis August 2008 wurde die brandschutztechnische Ausstattung das Palais Meran nach Plänen des Architekten Wolfgang Strauß modernen Erfordernissen angepasst und das gesamte Gebäude barrierefrei gestaltet. Im Sinne einer denkmalgerechten Instandsetzung wurde auch der Anstrich der Fassade historisch getreu erneuert.