Friedrich Korcak

Im Februar 1926 in Wien geboren, legte Friedrich Korcak als Musikpädagoge neben den Lehramtsprüfungen aus den Fächern Deutsch und Musikerziehung auch die Staatsprüfung in den Fächern Violine und Gesang an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien ab. Das Studium der Musikwissenschaft an der Universität Wien schloss er 1952 mit einer Dissertation über Luigi Tomasini ab. Noch während seiner Studienzeit, leitete Korcak die Volksmusikschule Rust und unterrichtete am Bundesrealgymnasium Oberschützen. Ab 1951 wirkte er ca. zehn Jahre als Musik- und Violin-Lehrer an der damaligen „Bundeserziehungsanstalt Graz-Liebenau“, bevor er am „Steiermärkischen Landeskonservatorium“ mit dem Aufbau eines „Lehrganges für Studierende der Schulmusik“ beauftragt wurde. Dieser Ausbildungszweig war eines der maßgeblichen Argumente im Zuge der Bemühungen, das Konservatorium in den Rang einer Akademie zu überführen. Nach der Erhebung des Konservatoriums zur „Akademie für Musik und darstellende Kunst“ im Jahr 1963 wurde er dort 1966 zum außerordentlichen und 1972 an der nunmehrigen „Hochschule“ zum ordentlichen Professor für „Allgemeine Musikerziehung, Methodik und Didaktik des Musikunterrichtes“ ernannt. 1978 wechselte Korcak auf die Lehrkanzel für „Musikgeschichte“. Als Professor und während seiner Zeit als Rektor der Hochschule von 1971 bis 1979 hatte er entscheidenden Anteil an der strukturellen Umgestaltung der Grazer Musikausbildungsstätte, die seit der Hochschulwerdung im Jahr 1970 den wissenschaftlichen Hochschulen gleichgestellt war. Zudem wirkte Korcak ab 1964 in leitenden Funktionen in der „Arbeitsgemeinschaft der Musikerzieher Österreichs“ (AGMÖ). Neben der Einrichtung eines, von der Musikhochschule unterhaltenen und regelmäßig stattfindenden Konzertbetriebs war es vor allem die „Raumnot“ bzw. der Umzug vom Gebäude in der Nikolaigasse, in dem noch das Landeskonservatorium untergebracht war, ins – 1971 noch stark renovierungsbedürftige – Palais Meran, die Friedrich Korcak in den Jahren seines Rektorats begleiteten. Am 1. Mai 2015 verstarb Friedrich Korcak im 90. Lebensjahr.

Nachruf der KUG

Lit.:

Steirisches Musiklexikon, hg. v. Wolfgang Suppan, 2., völlig überarb. und erw. Aufl. der Ausg. 1962 – 1966, Graz 2009, S. 370.

Interview mit Friedrich Korcak aus dem Jahr 2011.

https://www.kug.ac.at/fileadmin/media/sonderaufgaben_39/Dokumente/kugelschreiber/korcak_gespraech_2011_finale.pdf [abgerufen am 31.03.2015]

Barbara Aulinger, „Dieses Porträt ist ähnlicher als ich“. Die steirischen Rektorenporträts als Zeitdokumente (Allgemeine wissenschaftliche Reihe 31), Graz 2012, S. 147.