Otto Kolleritsch

1934 in Brunnsee in der Steiermark geboren, studierte Otto Kolleritsch am Steiermärkischen Landeskonservatorium Klavier und Musiktheorie sowie an der Karl-Franzens-Universität Graz Philosophie und Musikwissenschaft. Mit der Dissertation Zum Begriff der deutschen Lebensbürgerlichkeit bei Thomas Mann wurde er 1968 promoviert. Im selben Jahr begann er seine Tätigkeit am Institut für Wertungsforschung der Akademie bzw. Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz. 1970-2002 leitete er in Nachfolge Harald Kaufmanns das Institut zunächst als außerordentlicher und ab 1975 als ordentlicher Professor und Inhaber der Lehrkanzel für kritische Musikästhetik und Wertungsforschung. Von 1979 bis 1987 war Otto Kolleritsch für zwei Amtsperioden Rektor der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz, danach Rektorstellvertreter. Im Wintersemester 1991 wurde er neuerlich zum Rektor gewählt. Nach mehrmaliger Wiederwahl übte er das Rektorsamt bis 2007 aus. Während seiner Amtszeit engagierte sich Kolleritsch in der „Österreichischen Rektorenkonferenz“ für die Umwandlung der Musikhochschulen in „Universitäten“. An der Kunstuniversität Graz war er neben der Einführung neuer Kammermusikstudien, der Etablierung eines künstlerischen Doktoratsstudiums und der erfolgreichen wissenschaftlichen Positionierung seines Instituts und der von ihm herausgegebenen „Studien zur Wertungsforschung“ vor allem um die bauliche Erweiterung des Universitäts-Campus‘ bemüht die ihren vorläufigen Abschluss mit der Eröffnung Hauses für Musik und Musiktheater (MUMUTH) im Jahr 2009 fand.

 

Lit.:

Otto Kolleritsch, Art.: Otto Kolleritsch, in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, 2. neubearbeitete Ausgabe, Supplement, Kassel u.a. 2008, Sp. 423f.

Fotoausstellung zum 80. Geburtstag: http://www.ausstellung-kug.at/

Barbara Aulinger, „Dieses Porträt ist ähnlicher als ich“. Die steirischen Rektorenporträts als Zeitdokumente (Allgemeine wissenschaftliche Reihe 31), Graz 2012, S. 147.