Oberschützen 1965 - Gründungsinitiative im Zeichen Johann Sebastian Bachs

Pläne zur Errichtung einer Expositur der Akademie im burgenländischen Oberschützen gehen  bis ins Jahr 1963 zurück.
Im Universitätsarchiv findet sich ein diesbezüglicher Brief des späteren Expositur-Leiter Adolf Schäffer, damals als Leiter der  Burgenländischen Kammermusikvereinigung tätig, an den Akademiepräsidenten Erich Marckhl. Schäffer schlägt in dem mit 27. September 1963 datierten Schreiben die „Errichtung eines  Seminars C für musikalische Volksbildung“ vor und stellt grundlegende Überlegungen zu  Bedarf, Lehrkräften, Finanzierung und Durchführung an.
Nach anfänglicher Skepsis des Akademiepräsidenten findet eine weitere Konkretisierung des Projektes durch Schäffer statt, der im April 1964 weitere Unterlagen nach Graz sendet: einen  Lehrplanvorschlag und den Grundriss eines „künftigen Joh. Seb. Bach-Hauses der Gemeinde Oberschützen, in dem das Seminar für mus. Volksbildung Herberge finden soll“.

Am 13.Mai 1964 stellte Marckhl das Vorhaben in einem ausführlichen Schreiben an Sektionsrat Thalhammer im Bundesministerium für Unterricht vor, worauf er ein Monat später die Genehmigung erhielt, „in entsprechende konkrete Verhandlungen mit den interessierten Körperschaften einzutreten“.  

Am 7. Mai 1965 wurde in Form einer Tagung offiziell über die geplante Gründung der Expositur der Akademie in Oberschützen informiert.

Der Akademiepräsident betonte in seinem Vortrag den universellen Bildungsauftrag der Kunstakademien.

Am 1. September 1965 wurde die Expositur Oberschützen eröffnet.

 

 

Von 27. – 30. Mai 1965 fand das erste österreichische Bach-Fest in Oberschützen statt. Diese erste große Veranstaltung der Expositur, die u.a. in Kooperation mit der Neuen Bach-Gesellschaft (Leipzig) organisiert wurde,  stieß auf breites Interesse, wie das Medienecho zeigt. Das Programm beinhaltete sowohl wissenschaftliche als auch künstlerische Beiträge.

Martin Hopfmüller, Lehrbeauftragter für Orgel, Chorleitung und Hymnologie an der Expositur sowie ab 1966 Vorstand der Abteilung für evangelische Kirchenmusik, berichtete in der Zeitschrift Musica (19. Jahrgang, 1965 Heft 6) über die Veranstaltung. 

Der Studienbetrieb an der Expositur startete im Herbst 1965. Am 5. Dezember wurde die Abteilung für evangelische Kirchenmusik feierlich eröffnet.