Henri Gagnebin

* 13. März 1886 in Lüttich

† 2. Juni 1977 in Genf

Der Komponist, Organist und Pädagoge war über 30 Jahre lang als Direktor des Conservatoire de Genève tätig. 1938  gründete er den Concours international de Genève, der weltweite Reputation erlangte. Als Präsident der World Federation of International Music Competitions war er Juror bei zahlreichen internationalen Wettbewerben. Seine kompositorische Tätigkeit umfasste alle Sparten außer Oper. Im Besonderen widmete er sich der protestantischen Kirchenmusik. Zu seinem Oeuvre, das Einflüsse von César Franck und Gagnebins Lehrer Vincent d’Indy sowie von Strawinsky zeigt, zählen unter anderem vier Symphonien, das Oratorium „Saint Francois d’Assise“, das Requiem „Des vanités du monde“ und Orgelwerke. Als Musikwissenschaftler wirkte er an der Gesamtausgabe der Werke Claude Goudimels (ca. 1520-1572) mit. Zu seinen Freunden zählte unter anderem Andrés Segovia, dem er 1957 drei Gitarrenstücke widmete.