Ernst Krenek

 

* 23.9.1900 in Wien

† 22.12.1991 in Palm Springs/CA, USA

Der Schüler von Franz Schreker in Wien und Berlin experimentiert Zeit seines Lebens mit unterschiedlichen kompositorischen Möglichkeiten. In seinem Werk finden sich neoklassizistische Einflüsse, Jazz-Elemente, serielle und aleatorische Techniken ebenso wie Experimente mit elektronischer Musik. Die  Leipziger Uraufführung seiner  Oper „Jonny spielt auf“ im Jahre 1927 geriet zum Sensationserfolg. Vom  Naziregime wurde das Werk als Paradebeispiel „entarteter Musik“ diffamiert. In der Oper „Karl V.“, 1938 in Prag uraufgeführt, thematisierte Krenek die Katholische Kirche als politische Alternative zur zeitgenössischen Diktatur. Mit der Teilung der  Bühne und Simultanszenen nahm das Werk zukünftige dramaturgische Techniken vorweg. 1937 reiste  Krenek zum ersten Mal  in die USA, wo er seit dem „Anschluss“ 1938 bis zu seinem Lebensende lebte. Als Mitbegründer der Musikzeitschrift 23  - gemeinsam mit Alban Berg -, war Krenek zeitlebens auch journalistisch und literarisch tätig. Zu seinen zahlreichen Schriften zählen u.a.  eine Studie  über Johannes Ockeghem und seine kulturgeschichtlich bedeutende Autobiographie „Im Atem der Zeit“.