Modellrestaurierung

Doz. Dr. Patricia Engel erhielt im September 2015 den Auftrag vom Universitätsarchiv, ein sich in desolatem Zustand im Kellerdepot befindliches Architekturmodell der Kunstuniversität Graz zu restaurieren. Bei dem Modell handelt es sich um die Darstellung einer Planungsstufe des Neubaus sowie des Bibliotheksgebäudes der Kunstuniversität. Ein zweites Modell, das derzeit im 4. Stock des Neubaus betrachtet werden kann, stellt eine weitere Planungsstufe dar.

Näheres über den Neubau und das Bibliotheksgebäude finden Sie hier.

 

Dank einer sehr genauen schriftlichen und visuellen Dokumentation der Restaurationsmaßnahmen von Dr. Patricia Engel kann hier ein kurzer Einblick in die Arbeit gegeben werden. Die gesamte schriftliche Dokumentation liegt als Download vor.

 

Das stark verstaubte und fleckige Modell war bereits teilweise angebrochen und einige Teile fehlten, so entschied man sich zu einer moderaten Restauration, bei der besonders störende Fehlstellen geschlossen werden. Ein ästhetischer Gesamteindruck sollte erreicht werden.

 

 

Reinigen

In einem ersten Schritt wurden mit weichen Pinseln und Latexschwämmen Mikroorganismen und Staub entfernt. Auf Oberflächen, die ein solches Vorgehen zuließen, wurden Wattetupfer mit Wasser verwendet.

 

 

Sichern, Konsolidieren und ergänzen von Fehlstellen

Mit Hilfe von Weizenstärkekleister, der durch das enthaltene Wasser das Material anquillt, können gesplitterte Materialen wieder in Form gedrückt werden. Die reparierten Stellen müssen festgedrückt werden und so einige Stunden trocknen. Abgefallene Gauben wurden angeklebt und die Säulen am Treppenrund ergänzt und konsolidiert.

 

Die Poller im Park des Modells wurden ergänzt und die Pfeiler unter dem Eingang fixiert und mit der abgeplatzten Farbschicht beklebt. Zudem wurde ein großes Fenster an der Ecke konsolidiert und farblich an die anderen Fenster angepasst. Ein weiterer wichtiger Arbeitsschritt war das Ankleben der Dächer an die Häuser, sowie das Ergänzen der fehlenden Bäume, deren ehemalige Position genau durch Löcher im Korkboden festgestellt werden konnte. Sie können durch ihre Optik von den bereits bestehenden Bäumen unterschieden werden und wurden nur in den Kork gesteckt und nicht verklebt.

Als letzter Schritt wurden einige sehr auffällige Fehlstellen mit einer Lasur als Retusche optisch zurückgedrängt.

 

 

Das Modell nach der Restaurierung