Erich Marckhl, der 1902 im slowenischen Celje geboren wurde, studierte an der Wiener Universität zunächst Germanistik, Philosophie und Musikwissenschaft und wurde 1925 mit der Dissertation Formgebung und Entwicklung der musikalischen Romantik mit besonderer Berücksichtigung des Standpunktes E.T.A. Hoffmanns zum Dr. phil. promoviert. Zur gleichen Zeit absolvierte Marckhl auch seine musikalische Ausbildung an der Akademie für Musik und darstellende Kunst, wo er die Kompositionsklasse Franz Schmidts besuchte. Nach dem Abschluss seiner Studien war er in den zwanziger und dreißiger Jahren als Lehrer der Bundeserziehungsanstalt Wien XIII tätig, bevor er 1937 als Dozent nach Dortmund an die „Hochschule für Lehrerbildung“ wechselte. Im Jahr 1939 übernahm er in Wien das Amt eines „Fachinspektors für Musik an höheren Schulen“ und war von 1940 bis 1945 Professor für Musikerziehung an der damaligen „Reichshochschule für Musik“. Aufgrund der Positionen, die Erich Marckhl während der Zeit des Nationalsozialismus innehatte, lebte er unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg ohne Anstellung und mit Unterstützung Gottfried von Einems zuerst in der Ramsau, bis 1948 dann in Plomberg am Mondsee. Ab den späten 40er Jahren hat sich Erich Marckhl erfolgreich um den Aufbau des steirischen Musikschulwesens bemüht, zunächst als Musikschulleiter in Kapfenberg, ab 1952 als Landesmusikdirektor und seit 1957 schließlich als Leiter des Landeskonservatoriums. 1963 wurde das Konservatorium, unter maßgeblicher Beteiligung Erich Marckhs, zur Akademie für Musik und darstellende Kunst erhoben. Bis zu seinem Übertritt in den Ruhestand im Jahr 1971 wirkte Marckhl als erster Präsident sowie als ordentlicher Professor der Grazer Akademie. Erich Marckhl verstarb 1980 im Alter von 78 Jahren in Graz.

Literatur:
Steirisches Musiklexikon, hg. von Wolfgang Suppan, 2., völlig überarb. und erw. Aufl. der Ausg. 1962 – 1966, Graz 2009, S. 435.

Boisits, Barbara: Art. Erich Marckhl, in: Österreichisches Musiklexikon-online, [online verfügbar: www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_M/Marckhl_Erich.xml Datum des Zugriffs: 31.03.2015]


Im Februar 1926 in Wien geboren, legte Friedrich Korčak als Musikpädagoge neben den Lehramtsprüfungen aus den Fächern Deutsch und Musikerziehung auch die Staatsprüfung in den Fächern Violine und Gesang an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien ab. Das Studium der Musikwissenschaft an der Universität Wien schloss er 1952 mit einer Dissertation über Luigi Tomasini ab. Noch während seiner Studienzeit, leitete Korčak die Volksmusikschule Rust und unterrichtete am Bundesrealgymnasium Oberschützen. Ab 1951 wirkte er ca. zehn Jahre als Musik- und Violin-Lehrer an der damaligen „Bundeserziehungsanstalt Graz-Liebenau“, bevor er am „Steiermärkischen Landeskonservatorium“ mit dem Aufbau eines „Lehrganges für Studierende der Schulmusik“ beauftragt wurde. Dieser Ausbildungszweig war eines der maßgeblichen Argumente im Zuge der Bemühungen, das Konservatorium in den Rang einer Akademie zu überführen. Nach der Erhebung des Konservatoriums zur „Akademie für Musik und darstellende Kunst“ im Jahr 1963 wurde er dort 1966 zum außerordentlichen und 1972 an der nunmehrigen „Hochschule“ zum ordentlichen Professor für „Allgemeine Musikerziehung, Methodik und Didaktik des Musikunterrichtes“ ernannt. 1978 wechselte Korčak auf die Lehrkanzel für „Musikgeschichte“. Als Professor und während seiner Zeit als Rektor der Hochschule von 1971 bis 1979 hatte er entscheidenden Anteil an der strukturellen Umgestaltung der Grazer Musikausbildungsstätte, die seit der Hochschulwerdung im Jahr 1970 den wissenschaftlichen Hochschulen gleichgestellt war. Zudem wirkte Korčak ab 1964 in leitenden Funktionen in der „Arbeitsgemeinschaft der Musikerzieher Österreichs“ (AGMÖ). Neben der Einrichtung eines, von der Musikhochschule unterhaltenen und regelmäßig stattfindenden Konzertbetriebs war es vor allem die „Raumnot“ bzw. der Umzug vom Gebäude in der Nikolaigasse, in dem noch das Landeskonservatorium untergebracht war, ins – 1971 noch stark renovierungsbedürftige – Palais Meran, die Friedrich Korčak in den Jahren seines Rektorats begleiteten. Am 1. Mai 2015 verstarb Friedrich Korčak im 90. Lebensjahr.

Nachruf der KUG


Literatur:
Steirisches Musiklexikon, hg. von Wolfgang Suppan, 2., völlig überarb. und erw. Aufl. der Ausg. 1962 – 1966, Graz 2009, S. 370.

Interview mit Friedrich Korčak aus dem Jahr 2011.

Aulinger, Barbara: "Dieses Porträt ist ähnlicher als ich“. Die steirischen Rektorenporträts als Zeitdokumente (Allgemeine wissenschaftliche Reihe 31), Graz 2012, S. 147.


1934 in Brunnsee in der Steiermark geboren, studierte Otto Kolleritsch am Steiermärkischen Landeskonservatorium Klavier und Musiktheorie sowie an der Karl-Franzens-Universität Graz Philosophie und Musikwissenschaft. Mit der Dissertation Zum Begriff der deutschen Lebensbürgerlichkeit bei Thomas Mann wurde er 1968 promoviert. Im selben Jahr begann er seine Tätigkeit am Institut für Wertungsforschung der Akademie bzw. Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz. 1970-2002 leitete er in Nachfolge Harald Kaufmanns das Institut zunächst als außerordentlicher und ab 1975 als ordentlicher Professor und Inhaber der Lehrkanzel für kritische Musikästhetik und Wertungsforschung. Von 1979 bis 1987 war Otto Kolleritsch für zwei Amtsperioden Rektor der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz, danach Rektorstellvertreter. Im Wintersemester 1991 wurde er neuerlich zum Rektor gewählt. Nach mehrmaliger Wiederwahl übte er das Rektorsamt bis 2007 aus. Während seiner Amtszeit engagierte sich Kolleritsch in der „Österreichischen Rektorenkonferenz“ für die Umwandlung der Musikhochschulen in „Universitäten“. An der Kunstuniversität Graz war er neben der Einführung neuer Kammermusikstudien, der Etablierung eines künstlerischen Doktoratsstudiums und der erfolgreichen wissenschaftlichen Positionierung seines Instituts und der von ihm herausgegebenen Studien zur Wertungsforschung vor allem um die bauliche Erweiterung des Universitäts-Campus‘ bemüht die ihren vorläufigen Abschluss mit der Eröffnung Hauses für Musik und Musiktheater (MUMUTH) im Jahr 2009 fand.

 



Literatur:
Kolleritsch, Otto: Art. Otto Kolleritsch, in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, 2. neubearbeitete Ausgabe, Supplement, Kassel u.a. 2008, Sp. 423f.

Fotoausstellung zum 80. Geburtstag: http://www.ausstellung-kug.at/

Aulinger, Barbara: „Dieses Porträt ist ähnlicher als ich“. Die steirischen Rektorenporträts als Zeitdokumente (Allgemeine wissenschaftliche Reihe 31), Graz 2012, S. 147.


1926 im französischen Thonon les Bains geboren, wurde der Schweizer Sebastian Benda nach ersten Studien im Hauptfach Klavier auch in theoretischen Fächern unterrichtet. Zu seinen Kompositionslehrern zählte Frank Martin, bei dem Benda bereits 1939 am „Technicum Moderne de Musique“ in Genf studierte. Mit dem „Certificat d’etudes de piano, avec félicitations du jury“ schloss es seine pianistische Ausbildung 1943 in Genf ab und erhielt im darauffolgenden Jahr den „Prix de virtuosité“ des Genfer Konservatoriums. 1945 wird Benda erstmals von Edwin Fischer eingeladen, an dessen Luzerner Meisterklasse teilzunehmen. Nach dem Ende des Krieges wendet sich der junge Pianist zeitgenössischer Musik zu und wird von Rolf Liebermann zu den „Tagen für Neue Musik“ nach Darmstadt eingeladen. Neben seiner internationalen Konzerttätigkeit übernimmt Benda 1954 eine Professur für Klavier und Kammermusik an der Universität von Bahia (Brasilien) um 1965 an die Universität von Santa Maria zu wechseln. Zudem leitete er von 1975 bis 1978 eine Hauptfachklasse an der „Academia Paulista de Música“ in Sao Paulo. 1981 wurde Benda zum ordentlichen Professor für Klavier an der damaligen Hochschule für Musik und darstellenden Kunst Graz berufen. Das pädagogische Engagement des Pianisten wird nicht nur durch seine Tätigkeit als Leiter von Meisterkursen, die ihn u.a. nach Südamerika, Kanada, nach Israel und Japan führte, deutlich, es findet auch durch die Gründung der Sektion Österreich der EPTA (European Piano Teachers Association) im Jahr 1985 Ausdruck. In den Jahren 1987-1991 versah Sebastian Benda das Amt des Rektors an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Graz. In dieser Zeit wird mit der Errichtung des „Neubaus“ in der Brandhofgasse ein bedeutender Schritt in Richtung eines zusammenhängenden Hochschul-Campus‘ gelegt, mit der ersten Promotion die wissenschaftliche Positionierung der Hochschule öffentlich bekundet und mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an György Ligeti die Verbundenheit der Hochschule zur Neuen Musik zum Ausdruck gebracht. 1994 emeritiert, verstarb Sebastian Benda am 20. Februar 2003 im Alter von 76 Jahren.


Literatur:
Todesmitteilung der KUG [Datum des Zugriffs:19.11.2018]

Steirisches Musiklexikon, hg. von Wolfgang Suppan, 2., völlig überarb. und erw. Aufl. der Ausg. 1962 – 1966, Graz 2009, S. 39.

Lebenslauf des Labels „Genuin“ [Datum des Zugriffs: 19.11.2018]

Aulinger, Barbara: „Dieses Porträt ist ähnlicher als ich“. Die steirischen Rektorenporträts als Zeitdokumente (Allgemeine wissenschaftliche Reihe 31), Graz 2012, S. 147.


Der 1963 in Graz geborene Georg Schulz wurde als Akkordeonist bei Elsbeth Moser in Hannover und bei Friedrich Lips sowie Lech Puchnovski ausgebildet. An der Grazer Musikhochschule schloss Schulz sein Akkordeonstudium im Jahr 1992 als Schüler von Mogens Ellegaard ab. Außerdem absolvierte er an der Universität seiner Heimatstadt das Studium der Chemie und wurde 1990 zum Dr. rer. nat. promoviert. Georg Schulz ist seit 1992 als Lehrer im Fach Akkordeon an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz tätig. Von der Kunstuniversität Graz wurde ihm im Jahr 2002 die Lehrbefugnis („venia docendi“) für das künstlerische Fach Akkordeon sowie der Titel eines außerordentlichen Universitätsprofessors verliehen. Als Musiker engagiert sich Schulz in kammermusikalischen Formationen vor allem im Bereich zeitgenössischer Musik sowie als Akkordeonist und Arrangeur für das Theater. Seit 2000 war Georg Schulz in der universitären Selbstverwaltung, zunächst als Vizestudiendekan, ab 2003 als Vizerektor für Lehre tätig. Von 2007 bis 2012 bekleidete er das Amt des Rektors der Universität für Musik und darstellende Kunst. In den darauffolgednen Jahren qar er in vielen Organisationen als Mitglied tätig, beispielsweise von 2017 bis 2019 des Executive Boards ds International Music Councils (IMC) mit Sitz bei der UNESCO in Paris oder auch des Expertenpools der Euopean University Association (EUA). Des Weiteren wurde er im Jahr 2014 zum Vizepresidätnen des Europäischen Musikhochschulverbands (Association Européenne des Conservatoires, AEC) gewählt. Seit März 2020 bekleidet Georg Schulz wieder das Amt als Rektor der KUG.

 


Literatur:
Steirisches Musiklexikon, hg. von Wolfgang Suppan, 2., völlig überarb. und erw. Aufl. der Ausg. 1962 – 1966, Graz 2009, S. 629.

Angaben aus dem Lebenslauf von Georg Schulz [KUG-Online]


Elisabeth Freismuth studierte neben Rechtswissenschaften auch Geschichte und Kunstgeschichte. Nach Absolvierung des Gerichtsjahrs und der Beschäftigung als Assistentin am „Institut für österreichische und europäische Rechtsgeschichte“ folgte für die promovierte Juristin eine langjährige Tätigkeit als Rektoratsdirektorin der „Hochschule für Musik und darstellende Kunst“ in Wien, wo sie viele Jahre auch am Max-Reinhardt-Seminar unterrichtete. Mit universitären Agenden war Elisabeth Freismuth dann auch seit 2008 als Sektionschefin im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (Sektion III) betraut, bevor sie 2014 als Rektorin an die Kunstuniversität Graz berufen wurde und diese Position bis zum Ende ihrer Amtsperiode 2018 inne hatte.

Literatur:
Presseaussendung der KUG vom 9. April 2014

Der Standard vom 28. Oktober 2014